Wie uns Perspektiven helfen zu wachsen 

Immer wieder gibt es in unserem Leben Situationen, die schwierig sind, die nicht so leicht zu bewältigen sind. Situationen, vor denen wir Sorge haben und uns lieber verstecken. Situationen, in denen wir uns befinden und keinen Ausweg sehen und Situationen, die passiert sind, an denen wir nichts ändern können, die uns aber dennoch sehr beschäftigen.

Wie gehen wir mit diesen Situationen um? Wie stellen wir sicher, dass wir an ihnen nicht zerbrechen, sondern nach vorne schauen? Und wie können sie uns bereichern?

Mit dieser Thematik habe ich mich in den letzten Monaten immer wieder beschäftigt, auch wenn nicht unbedingt bewusst. Ich habe Situationen erlebt, wo ich in der Arbeit viel emotionale Energie verbraucht und aufgebraucht habe, sodass ich lernen musste, Abstand zu gewinnen und die Dinge in einem neuen Licht zu betrachten. Oder auch in manchen familiären Situationen, die sehr schmerzhaft und schwer zu akzeptieren waren. Auch dort musste ich lernen, mit der Situation umzugehen. Aber ich habe auch gelernt, dass man daran wachsen kann und sie neue Kraft und Zuversicht geben können.

Dementsprechend möchte ich euch mit diesem Artikel aufzeigen, welche Vorgehensweise ich für mich nutze, schwierige Situationen zu meistern und wie sie vielleicht auch euch Kraft und Unterstützung in der einen oder anderen Situation geben kann.

Um euch dies griffig darzulegen, stellen wir uns vor, dass ich einen Bruch mit meiner besten Freundin hatte und dies sehr schmerzt, ich sehr traurig bin und am Boden zerstört. Mit dieser Situation im Kopf werde ich 3 Schritte aufzeigen. Erstens, wie wir anhand zweier Parameter unsere Perspektive ändern können, wie wir daraufhin eine Entscheidung treffen und wie wir unsere getroffene Entscheidung festigen können.

 

Fangen wir also an. Wie kann ich in dieser Situation meine Perspektive wechseln?

Um mit einer Situation umzugehen, kann ich nicht in ihr verweilen. Denn dort sind meine Emotionen zu stark, meine Gedanken zu fokussiert. Das heißt, ich brauche eine andere Perspektive. Und dank unserer menschlichen Fähigkeit, ein Bewusstsein zu haben und zu abstrahieren, kann ich die Situation aus einer anderen Perspektive betrachten. Genauer gesagt aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven. Und dies werden wir jetzt einmal durchspielen.

Ich kann also die Situation anschauen. Und ich sehe mich selbst als Individuum in dieser Situation. Ich sehe, dass ich als Individuum traurig, hoffnungslos und betrübt bin. Ich sehe das, weil ich eine Helikopter-Sicht einnehme und auf mich als erlebendes Wesen herunterblicke, neutral, rational anschauend.

Nun kann ich eine Ebene weiter oder auch höher gehen. Diese Ebene sind meine Freunde und meine Familie, vertraute Menschen und mein enger Kreis. Wenn ich die Situation aus dieser Perspektive betrachte, dann sehe ich, dass es dort Menschen gibt, die ganz andere Perspektiven besitzen als ich selbst. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit und haben unterschiedliche Dinge bereits erlebt.

Noch eine Ebene weiter oben, auf der Ortsebene, Stadtebene, Arbeitsebene sehe ich, dass es zahlreiche weitere Menschen gibt, die unterschiedliche Dinge erleben, die unterschiedlich geprägt sind. Auf dieser Ebene befinden sich ebenfalls mein Arbeitsleben, meine Hobbies, Veranstaltungen, Dinge, die ich in einem größeren Kontext mit anderen Menschen zusammen auf die Beine stelle und mit diesen interagiere.

Doch ich kann noch eine weitere Ebene hochgehen und kann mir die gesamte Welt, die Gesamtbevölkerung anschauen. Wenn wir uns überlegen, dass wir aktuell fast 8 Milliarden Menschen auf der Welt sind, dann wirkt diese Situation nicht mehr ganz so tragisch und furchtbar.

Und dann gibt es noch eine fünfte Ebene, die Kosmos Ebene. Ich kann mir bewusst machen, welche Rolle mein Leben im großen Ganzen spielt, wie es sich in den Kosmos einfügt. Und ich kann mir bewusst machen, dass selbst die Erde ein winzig kleiner Teil dieses Kosmos ist. Und ich kann feststellen, dass mein Leben durchaus kurz ist im Vergleich zu der Gesamtspanne des gesamten Universums.

Ich kann also anhand dieser 5 Ebenen deutlich sehen, dass die Situation nicht so furchtbar ist, wie ich mir das als erlebende Person einrede. Beziehungsweise, die Abstraktion kann mir helfen, diese in einen größeren Kontext einzuordnen.

Ich glaube jedoch, sich nur die fünf Ebenen anzuschauen, ist nicht ausreichend, um genug Kraft und Energie zu finden, um mit der Situation angemessen umzugehen. Somit gibt es noch eine weitere Komponente, die hier mit reinspielt.

 

Wie wir aus der Vergangenheit Kraft schöpfen können

Wenn wir uns also noch einmal die 5 Ebenen anschauen, sehen wir, dass wir, wieder vom Individuum ausgehend, diese Ebenen ein weiteres Mal durchspielen können. Tun wir dies also.

Auf der Ebene des Individuums kann ich mir also bewusst machen, dass es Zeiten gab, wo ich sehr glücklich war. Ich war zufrieden. Und in diesen Zeiten konnte ich mich auch mit mir selbst zufriedenstellend beschäftigen.

Wenn ich nun eine Ebene weiter nach oben wandere, dann merke ich bei meinem engen Kreis, dass es hier zahlreiche Menschen gibt, die immer für mich da sind, mit denen ich schon großartige Zeiten erlebt habe. Das heißt, es schmerzt zu wissen, dass es diesen Bruch mit dieser Freundin gab, aber gleichzeitig habe ich auch zahlreiche weitere Menschen in meinem Leben, die mir viel bedeuten und die mir wichtig sind. Und mit diesen habe ich ebenfalls ein gutes Verhältnis.

Auf der Stadt/Arbeits Ebene kann ich mir bewusst machen, dass ich in der Vergangenheit in der Lage war, neue Menschen kennenzulernen. Dass ich daraus schöne Freundschaften geschlossen habe.

Wenn ich mir die Welt-Ebene anschaue, dann erkenne ich, dass ich bereits ebenfalls sehr lustige Momente hatte, wo ich Menschen kennengelernt habe. Und dass die lustigsten Zufälle an Orten irgendwo auf der anderen Seite des Globus passiert sind, und sehr schöne Freundschaften daraus entstanden sind.

Und wenn ich mir dann noch die Kosmos Ebene anschaue, dann stelle ich fest, dass viele Zeiten, die ich schon erlebt habe, sehr schön waren. Dass meine Zeit sehr flüchtig ist, sie ist also wertvoll. Dass ich mit dieser Zeit besonders umgehen muss, da diese besonderen Momente schnell vergehen, aber dennoch das Leben am Ende ausmachen. Schöne Momente.

Ich sehe also, dass mir diese 5 Ebenen in der Vergangenheit aufzeigen, wie ich bereits auf allen Ebenen Dinge erlebt habe, mir Gedanken gemacht habe. Und das in all denen, die ich mir überlegt habe, diese Freundin keine Rolle gespielt hat.

Nun kann es natürlich passieren, dass man hier Situationen anschaut, wo die Vergangenheit schwierig und mühselig war und man sich an keine schönen Momente erinnern kann. Doch hier würde ich einwerfen, dass es mit Sicherheit ein paar kleine, rare Momente gibt, die doch schön waren. Und selbst, wenn dem nicht so sein sollte, werden wir uns noch eine weitere Komponente anschauen, die zusätzlich unterstützen kann und im Extremfall die Vergangenheits-Komponente auch unnötig in der Vorgehensweise macht.

 

Schauen wir uns also an, wie wir unser Augenmerk nun auf die Zukunft richten können!

Beim Betrachten der verschiedenen Ebenen in der Vergangenheit haben wir gesehen, dass unsere Zeit uns wertvoll ist. Und wir sind schon sehr weit von der Situation weggerückt. Nun können wir uns die fünf Ebenen ebenfalls in der Zukunft anschauen.

Diesmal jedoch nicht von der Individuums-Ebene ausgehend, sondern von der Kosmos-Ebene ausgehend. Denn aus der letzten Stufe heraus sind wir bereits dort oben und dort sollten wir auch weitermachen.

Wenn wir uns also den Kosmos anschauen, dann können wir erkennen, dass unser Leben und unsere Zeit wirklich wertvoll sind. Und dass wir nur ein Leben haben. Unser Leben. Wie wichtig ist die Situation, der Bruch, also im Vergleich dazu? Wir erkennen, dass das Leben besonders ist. Dass wir es genießen möchten, dass wir Ziele haben, dass wir Pläne haben. Dass wir nach vorne schauen möchten.

Wenn wir uns die Gesamtbevölkerung, die Welt anschauen, können wir uns an die Vergangenheit zurückerinnern und merken, dass wir bereits einige lustige Momente erlebt haben. Und wir können erkennen, dass es so gigantisch viele Ströme an Menschen gibt, Momente, Orte, Länder. Wieso soll es dort nicht noch einmal einen magischen Moment geben, den wir allein oder mit anderen Menschen auskosten können?

Auf der Stadt- und Arbeitsebene können wir feststellen, wir haben schon so spannende Menschen auf Veranstaltungen kennengelernt, so viel erlebt, so interessante Gespräche geführt. Das werden wir auch in der Zukunft wieder können.

Uns wird klar, dass wir zahlreiche gute Freunde und unsere Familie haben, unseren engen Kreis. Menschen, mit denen wir weiterhin unseren Spaß haben können, mit denen wir schöne Momente erleben können. Und Menschen, die vertrauenswürdig sind.

Und so wird uns klar, dass das Individuum, das wir sind, nun nicht mehr traurig und bedrückt ist, sondern mit Kraft und Motivation nach vorne gehen möchte, die Zukunft beschreiten möchte. Mit Mut, Zuversicht und einem inneren Strahlen.

Wir sehen, wir haben unsere Entscheidung im Endeffekt schon getroffen.

 

Doch was gibt uns unsere Entscheidung nun mit?

Wir haben unsere Entscheidung nun also getroffen. Betrachten wir nun alle Aspekte, die wir gerade angeschaut haben, erkennen wir, dass es nur eine einzige mögliche Stoßrichtung gibt, wenn wir uns nicht selbst komplett verraten möchten. Und dies ist der Weg in die Zukunft, der Weg dahingehend, dass wir unser eigenes Leben mit voller innerer Kraft leben und dieses so gestalten, dass wir vollkommen in uns ruhen und uns Gutes tun.

Mit dieser Entscheidung können wir ein lautes Ja zu uns selbst sagen. Wir sagen uns selbst, dass wir in die Zukunft schauen. Dass wir uns nun auf die eigenen Bedürfnisse, Ziele, und Wünsche fokussieren. Und dass wir die notwendigen Schritte unternehmen, um uns aus der Bedrückung der Situation zu befreien, und selbstbewusst unseren Weg nach vorne wagen. Dass wir weitergehen und das eigene Leben genießen.  

Dies ist schon ein wahnsinnig wichtiger Schritt. Denn wir haben bereits sehr viel mehr Energie, sehr viel mehr Motivation und haben uns aus dieser Situation gelöst. Dennoch reicht es nicht, nur die Entscheidung zu treffen. Sie muss noch untermauert werden. Denn häufig treffen wir eine Entscheidung, doch schon bald kommt die erste Herausforderung, kommt das schlechte Gefühl wieder, hat sich die Entscheidung noch nicht genug manifestiert.

 

Was können wir also tun, um unsere Entscheidung zu untermauern und zu festigen?

In den vorherigen Schritten haben wir mit den fünf Ebenen gearbeitet. Dies werden wir nun ein weiteres Mal tun.

Wenn wir uns als Individuum betrachten, können wir uns um uns selbst kümmern. Wir können sicherstellen, dass es uns gut geht. Wir können uns Gutes tun. Sicherstellen, dass diese Emotionen nicht noch einmal Überhand nehmen. Sie aber dennoch zulassen und nicht zu hart mit uns sein, wenn sie da sind. Sondern uns wohlwollend dabei unterstützen, diese Emotionen loszulassen. Wir können uns pflegen. Wir können Sport machen, auf unsere Ernährung achten oder meditieren. Also alles Dinge, die uns als Individuum guttun.

Ebenfalls können wir Zeit mit unserem engen Kreis verbringen. Wir können uns um unsere Beziehungen mit Freunden und der Familie kümmern. Wir können Geburtstagskarten schreiben, sie zum Essen einladen, mit ihnen telefonieren oder Picknicken gehen. Alles Dinge, um genau diese Beziehungen mit uns wichtigen Menschen aufzubauen und um zu merken, wir brauchen unsere ehemals beste Freundin nicht. Wir können auch so gute Freundschaften führen.

In der Stadt, bei der Arbeit, können wir zu Veranstaltungen gehen, die uns interessieren. Wir können andere Menschen unterstützen in Projekten, die uns am Herzen liegen. Wir können unseren Interessen nachgehen und vielleicht treffen wir dort Menschen, die auch gute Freunde werden können.

Wenn wir uns die Welt anschauen, können wir uns auf uns selbst beziehen. Wir können uns überlegen, was uns auf der Welt wichtig ist. Was wir erreichen möchten. Was unsere Ziele sind. Was wir brauchen, um glücklich zu sein. Welchen Mehrwert wir kreieren möchten. Wir können uns also Gedanken machen über uns und unser Leben auf dieser Welt.

Auf der Kosmos Ebene können wir uns überlegen, wie wir sein möchten. Für was möchten wir bekannt sein. Wie sollen sich Menschen an uns zurückerinnern. Welche Haltung möchten wir einnehmen. Welche Prinzipien sollen unser Leben beherrschen.  

Damit haben wir auf jeder Ebene Ideen, wie wir unsere Entscheidung festigen können. Unsere zweite Komponente wird uns hier ebenfalls unterstützen. Denn bekanntlich heilt die Zeit alle Wunden. Wenn wir uns darum bemühen, auf den Ebenen die Entscheidung zu manifestieren. Dann wird die Zeit ihr übriges dazu beitragen. Und wir werden bald die Früchte unserer Aktionen und Gedanken ernten können.

Wenn wir die Entscheidung festigen, ist es auch wichtig, dass wir uns allen Ebenen widmen. Denn wenn wir uns nur um uns als Individuum kümmern, uns Gutes tun, sind wir möglicherweise so davon absorbiert, dass wir unsere Arbeit verlieren oder unsere Freundschaften, die wir ja in dieser Situation so besonders gerne wiederaufbauen möchten, schleifen lassen. Oder wenn wir uns nur in neue Projekte stürzen mit dem Versuch, die negativen Emotionen einfach auszublenden und zu ignorieren, dann werden wir schnell merken, dass dies nicht die erwartete starke innere Kraft hervorrufen wird, sondern wir werden ausgebrannt sein und schnell wieder in die schwierige Situation zurückrutschen. Es ist also wichtig, dass wir uns allen Ebenen widmen. Nicht zwingend zu gleichen Teilen, aber zumindest jede betrachten und uns Aktionen überlegen, die wir umsetzen möchten und Gedanken machen zu Themen, die uns am Herzen liegen.

 

Was könnt ihr nun von meinem Konzept mitnehmen?

Wir stehen regelmäßig vor zahlreichen Herausforderungen. Zukünftige Situationen, die uns Sorgen bereiten, Situationen, in denen wir uns befinden und Situationen, die passiert sind und die uns beschäftigen. Beispiele gibt es zuhauf und diese Beispiele kann man ebenfalls wieder in den fünf Ebenen einordnen. Beispiele sind zum Beispiel die Sorge und der Stress vor einem sehr wichtigen Interview (Arbeitsebene), ein Streitgespräch mit dem Freund oder der Freundin (enger Kreis) oder die Verurteilung des Selbst, nachdem man aus Versehen die Zimmerwand schwarz angemalt hat (Individuum). In allen Situationen hilft es, sich die verschiedenen Ebenen ins Gedächtnis zu rufen und sich durch diese zu hangeln sowie sich die Vergangenheit und die Zukunft anzuschauen. Mit anderen Worten, einen Schritt zurückzugehen und eine andere Perspektive einzunehmen.

Es wird nicht möglich sein, in jeder Situation durch alle Ebenen zu gehen. Besonders nicht, wenn man sich mitten in einer Situation befindet. Das wichtigste ist jedoch, so glaube ich, dass man sich die Macht der Perspektive bewusst macht und weiß, ich habe immer die Wahl. Die Wahl, in einer schwierigen Situation zu verweilen. Mich einzulullen in schwierigen Emotionen und Gedanken. Mich selbst dafür zu verurteilen. Die Welt pessimistisch zu sehen, Andere zu verurteilen, Andere schlecht zu reden, mich schlecht zu reden. Oder aber ich ändere meine Perspektive, nehme viele Ebenen an Perspektiven ein, füge die Zeit als Zutat hinzu und merke, dass es auch einen anderen Weg gibt. Den Weg nach vorne. Den Weg, der es mir ermöglicht loszulassen. Der es mir ermöglicht, meine Stärke zu finden. Meine Ruhe zu finden. Mein Leben mit Kraft, Motivation, Inspiration und Stärke zu führen.

Und je öfter ich diesen Weg wähle, desto einfacher wird es werden, verschiedene Perspektiven wahrzunehmen und das eigene Leben nach den eigenen Vorstellungen kraftvoll und voller Schwung und Begeisterung zu führen. Denn es ist unser eigenes, ehrliches, einziges Leben. Und wir können es gestalten wie wir möchten. Mit Kraft und mit Zuversicht.